Chaing Mai ist doch eine Reise Wert ;)

Katalin und ich sind absolut abenteuerlustig und gestalten unsere Ausflüge so, dass wir selbstbestimmt auf Entdeckungsreise gehen. Dazu brauchen wir nichts weiter als ein Motorroller, der uns überall dahin bringt, wohin wir unser Ziel gesetzt haben. Es ist für uns zwei Langzeitreisenden natürlich auch die kostengünstigste Variante, um uns von A nach B zu bewegen, zugegeben jedoch nicht die bequemste. Haben wir einen Ritt der insgesamt mehr als zwei Stunden dauert, dann geht der ganze Spaß schon richtig auf die Knochen. Sobald wir von so einer Tour zurück sind, gibt’s nach einer kurzen Verschnaufpause, gleich mal ne satte Runde Yoga. Und zack, wir fühlen uns wie neu geboren :) 

Vor kurzem hat es uns in den Norden, knapp eine Stunde von Chiang Mai aus, gezogen. Ein riesiger See, der sich zwischen den Bergen über mehrere Kilometer erstreckt. Unser Ziel war es die Eakachai Hausboote am Mae Nagt Dam anzuschauen, um herauszufinden wie die Menschen hier leben. Jedoch entpuppten sich jene als stinknormale Transportboote mit Überdachung. Naja, anscheinend versteht jeder etwas anderes unter Hausboot. Die Natur ist aber unbeschreiblich schön, und das schon von Weitem. Sollten wir uns nochmal hierher bewegen, machen wir unbedingt die Bootsfahrt mit.

Das eigentliche Ziel hat sich wie gesagt als Reinfall erwiesen, was aber halb so wild war, denn unser Frühstück, Kokosnussreis mit Mango, aßen wir mit Blick auf einen See, der in naher Umgebung auf einem Privatgrundstück lag. Gastfreundlichkeit wird hier groß geschrieben, als uns der nette Besitzer erst Besteck, Teller und Servietten reichte. Er setzte zu unserem erstaunen noch einen drauf und stellte neben uns noch einen Ventilator auf. Wow, ich kann mich nicht entsinnen, wann ich so etwas das letzte Mal erlebt habe, ohne im Anschluss dafür bezahlen zu müssen. Wir wollten uns gerade verabschieden, da zeigt uns der feine Kerl noch sein Gelände. In naher Zukunft werden hier 5 Lehmhütten zum vermieten stehen. Finanziert wird das Ganze durch den Verkauf von seinem hofeigenem Gemüse, sowie seinen Fisch- und Krabbenbecken. Auch große Frösche werden hier in eines dieser gezüchtet. Vielleicht gibt’s ja in Chiang Mai eine Vielzahl an Aussteigern aus Frankreich, die auf Ihre Froschschenkel einfach nicht verzichten möchten.


Wir geben unser bestes, um herauszufinden was an Chiang Mai so attraktiv für Expats sein soll. Zugegeben kann man hier günstig leben, wenn man ein paar Hundert Euro Einkommen von Zuhause oder Online hat, womit es sich hier locker über die Runden kommen lässt. Das Angebot an frischem Gemüse und Obst ist vielfältig, die Menschen sind super freundlich und hilfsbereit, sprechen mehr oder weniger englisch, Massageangebot ist gross, gut und preiswert, es gibt tollen Kaffee und die Plantagen sind nah....aber es ist wie eine Grossstadt, man braucht zumindest ein Moped, denn es gibt oft keine Gehwege, aber dafür umso mehr Smog, es ist sehr heiss und schwül, die Natur ist so nah und trotzdem so weit. Es ist Oktober und die nette Managerin Mei aus der Healing Family Foundation meint, dass es jetzt gerade recht kühl in der Stadt sei. Ab April wird es dann, so sagt sie, wieder sommerlich warm. Wir zerschmelzen jetzt schon in der Sonne wie ein Wassereis! Was passiert dann erst im "Sommer"? Wird man dann wie ein Würstchen gebraten oder was? 

Vielleich revidieren wir noch unsere Meinung :) momentan machen wir das beste daraus: lernen, machen yoga, designen unsere Zukunft, reden viel mit einander und probieren gute Kaffees und Essen :) (ein Grossteil davon kocht Alex, denn nur Köche können Frauen richtig glücklich machen :))

Gestern machten wir uns auf, um ein zwei Vegane Restaurants auszuprobieren, eines hatte trotz im Netz bekannt gegebene Öffnungszejten zu, das andere fanden wir nicht, währendessen hat es gut geregnet, was uns eine angenehme Abkühlung verschafft hat und am Ende haben wir Zuhause selbstgemachte Süsskartoffelpancakes mit Dragon Fruit, Banana und Ananas gegessen - in Chiang Mai isst man köstlich ;)


Tja, mittlerweile sind ein Paar Tage vergangen und wir revidieren unsere Meinung zum Teil :) Wir leben ausserhalb der Altstad in einem, angeblich angesagten Viertel (Nimman) wo sich viele Ausgehmöglichkeiten anbieten, die uns aber eher weniger heiß machen. Unseren Morgenspaziergang machen wir in dem Huaykeaw Wasserfall und Nationalpark, der nur 10 Mopedreitminuten entfernt und wunderschön ist. Was uns am Anfang abgeschreckt hat ist, dass wir hier nirgends hinspazierten können, wir müssen schon auf das Moped, ein bisschen durch den Smog und dann gibt es einige schöne Orte auch in diesem Stadteil :)

In der Altstadt und entlang des Ping Rivers ist das Leben grüner und smogfreier...und man kann spazieren gehen.

Die Higlights der letzen Tage: es gibt in der Altstadt gleich 3 Museen nebeneinander, das Historische Museum, das Lanna Folksmuseum und das Kunst und Kultur Museum. Wir haben das letztere besucht und trotz schwüler Hitze, haben es nicht bereut. 

Wir haben ein Restaurant entdeckt, ein bisschen ausserhalb gelegen, das alles aus eigener Produktion herstellt, in Harmonie mit Mensch, Natur und Umwelt. Nebst köstlichstem Essen ist mein Highlight der Strohalm, der aus der äusseren Schale des Zitronengrases ist UND die essbaren Blüten, womit die Gerichte garniert sind. Über Pun Pun (den Bericht hierzu könnt Ihr hier lesen)

The Healing Family Foundation wird von einer Gruppe von Eltern geleitet und bietet einen Ort zum produktiven Wohlfühlen an behinderte Jugendlichen an. Sie weben Unikate, aus denen Schals, Untersetzer, T-Shirts, Taschen, etc. erstellt werden und bieten Workshops an. Die Workshops heißen House of Joy - wir sind zufällig reingelaufen und Mei hat uns mit großer Freude und Liebe alles gezeigt und erklärt. 

Entlang des Ping Rivers gibt es das Kunstviertel, mit unzähligen schönen Geschäften, alten Holzhäusern und einen Kunstmuseum.

Das Wat Gate Khar Rnam Museum ist frei zugänglich, anders als bei uns, alles was ausgestellt ist, wurde von den Einheimischen dem Museum geschenkt. Die Objekte sind beschriftet mit den Namen der Schenkenden :)

Den Nachmittagskuchen vorm Mittagessen :) haben wir im Bake and Bite genossen, verspielter Garten, selbstgebackene, (auch vegane) Kuchen und Brote, leckere, frisch gepresste Säfte und das alles für einen fairen Preis.

Erschöpft und glücklich machen wir uns auf den Weg zum Markt, Alex zaubert uns wieder ein unvergleichbares Essen und ich mache mich glücklich ans Schreiben, denn Chiang Mai ist doch eine Reise Wert :)