Wie der schlimmste Albtraum neue Türen öffnen kann

Seit Tagen, eigentlich Wochen schlafen wir nicht so gut, an der abendlichen Mosquitojagd haben wir uns schon gewöhnt, aber der Geruch, den wir beide nicht ignorieren können, stört uns immer mehr. Alex berichtet mir jeden Morgen über seinen nächtlichen Juckreiz, das macht mich nachdenklich, denn er schläft sonst wie ein Stein :) Wir wollen nicht jammern, teilen aber unsere Erfahrungen mit der netten Dame, die die Vermieterin vertritt und die mittlerweile zu unserer Freundin geworden ist. Sie sagt, in Sri Lanka seien die Häuser nass, man könne nichts dagegen machen, ausser viel lüften und sich damit abfinden. 

Das Haus ist sonst ein Traum, mitten im Dschungel, mit großer Wohnküche, viel Licht und atemberaubender Sicht in den Hauseigenen Dschungelgarten. Wir teilen das Grundstück mit Affen, unzähligen Eichhörnchen, Waranen und prachtvollen Vögeln die auch ziemlich schön singen können. (Na gut, es kommen auch mal weniger attraktive Gäste, wie Kakerlaken vorbei, aber wir sind ja im Dschungel)

Der Geruch stört uns am meisten im Bett, beim schlafengehen - schalten wir den Ventilator nicht ein, können wir den "Duft" garnicht abtun.. 

Das Bett ist ein, in sich geschlossener Zementrahmen, der oben mit einer Holzplanke bedeckt ist, worauf die Matratze liegt. Diese Art Bau ist üblich hier auf Sri Lanka, es werden Küchenschränke, Theken, Sitzbänke und Co. so angefertigt - also macht uns auf dem ersten Blick nicht misstrauisch es kommt uns sogar praktisch vor. 

Gott sei Dank ist der Mensch ein neugieriges Wesen. Alex will die Matratze umdrehen, er denkt, dass dies uns vielleicht eine Besserung verschaffen könnte. Wenn er schon dabei ist, öffnet er die Holztüren, worauf die Matratze liegt und voilá, die Bestätigung, dass wir nicht spinnen, offenbart sich als schöne, schwarze Schimmelschicht an dem Holz. 

Wir melden unsere "Entdeckung" an die "Hausverwaltung" :) Kurz darauf wird uns mitgeteilt, dass wir eine neue Matratze bekommen und das Holz wird sauber gemacht und behandelt. Wir würden lieber das Holz austauschen, aber wollen nicht den Korinthenkacker spielen und geben uns mit der angebotenen Alternative zufrieden. 

Kalumama, der nette, alte Mann, der das Mädchen für alles am Grundstück ist, kommt bald mit einem Lappen und einer Sprühflasche. Schnell ahnen wir was kommt. Aber es kommt noch viel schlimmer :) binnen 10 Minuten riecht es sogar auf der Terrasse wie an einer Tankstelle, er hat das Holz abgewischt und mit Benzin (denke ich) behandelt. 

Der Gestank treibt uns aus dem Haus und da es heute nicht zum Kochen kommen wird, belohnen wir uns mit einem Mittagessen im Aroma, unser Lieblingsrestaurant.

Wir nehmen wiederholt Kontakt zur "Hausverwaltung" auf und bitten um eine andere Übernachtungsmöglichkeit für 1-2 Nächte, denn wir wollen unsere Lungen nach zwei Wochen Schimmelduft eine frische Luft-Nacht gönnen :) Während wir auf Antwort warten, schauen wir uns einige Unterkünfte vor Ort an - wir haben ja gelernt, dass man Bilder im Internet eher nicht trauen kann :) 

Es ist mittlerweile dunkel geworden, es regnet und wir haben keine Unterkunft gefunden, aber dafür eine Alternative von der Hausbesitzerin vermittelt bekommen. Wir packen unsere Wertsachen, Klamotten für 2 Tage, das Essen aus dem Kühlschrank und machen uns auf den Weg zur neuen Bleibe!

Es empfängt uns ein super netter Engländer in einem großen, sauberen Haus, das er für seine Ex-Freundin und sich gebaut hat. Wie das Leben oft so spielt, ist er alleine geblieben in dem großen Haus, das er ab und an auf längere Zeit für Ausländer vermietet. Man sieht, dass die Mieter keine Kurzzeitmieter sind, denn das Haus ist in einem guten Zustand. 

Zur Feier des Tages gehen wir mit unserer "Hausverwalterin" Belinda und unserem neuen Vermieter Mike in ein nah gelegenes Pub am Strand und lassen den Tag mit guten Gesprächen und kühlen Getränken wunderschön ausklingen.

Alex und ich sind beide glücklich und begeistert, wollten sofort ein Deal mit Mike ausmachen und uns bei ihm einquartieren - aber wir haben und schon früher geeinigt, dass wir auf Entscheidungen einmal schlafen. 

Heute morgen sieht die Welt immer noch grüner bei Mike aus :) und beim Frühstücken einigen wir uns im Preis und wir ziehen für den nächsten Monat hier ein. 

Das Haus hat 4 Zimmer, gemütliche Wohnküche, großen Garten mit Bananen-und Mangobäumen, Kokospalmen, Kaffeesträuchern, Kakaopflanzen, Kräuter.....riesengroßer Terrasse und einer gigantischen Dachterrace.

Die Zeit verfliegt, die Sympathie ist gegenseitig und die Pläne fürs nächste Saison sind im Schmieden: hier wird das Indriya-Yoga Haus entstehen mit einer kleinen, gesunden Juice- und Snack-Bar. Bleibt gespannt auf die Fortsetzung :)