Im Visier der Bullen

10. Juli -  Ein neuer Tag bricht an! Heute möchten wir nun endlich unsere Seite veröffentlichen und brauchen für die letzten Schritte `ne stinknormale Internetverbindung. Zu viel Zeit ist bis jetzt schon darauf gegangen, beim Zuschauen wie sich Seiten aufbauen und Fotos hochgeladen werden.

Hier vorne am Echo Beach gibt es ein Co-working Café, das uns im Glauben lässt zügig arbeiten zu können. Immerhin bezahlt man 4€ die Stunde. Wir haben einen ganzen Tag eingeplant und bezahlen den auch vorab. Fünf Minuten später werden wir eines besseren belehrt und entschließen uns nach einer Stunde zu gehen und die Differenz wieder zu bekommen. Kein Problem, es wird freundlich gelächelt und das Geld mit größter Selbstverständlichkeit zurück gegeben.

Nachdem das wieder einmal nicht geklappt hat, beraten wir uns und fahren nach Seminyak um uns nach einem größeren Brett umzuschauen. Ich brauch definitiv ein größeres, um Fortschritte zu machen.

Es dauerte auch nicht lange und wir gerieten ins Visier der Bullen. Grund war, dass wir 1 Meter hinter der ersten Ampel und 2 Meter vor der zweiten zum Stehen kamen. Einer der „Marktverkäufer“ winkte uns auch sofort raus, die Dollarzeichen in seinen Augen waren für uns beide unübersehbar. Du bist weiß, also Touri und hast somit auch Kohle. Die Jungs im Uniform möchten auch ein Stück vom Kuchen abhaben. Immerhin sorgen sie ja auch für die Sicherheit und das Wohl aller Fahrer.

Die Papiere vom Roller stimmten mit dem Nummernschild nicht überein: 500000 Rupien und das mit der Ampel genauso viel, macht also 1 Million. Natürlich haben wir weniger dabei als er von uns verlangte. „Na dann behalten wir das Moped und ihr könnt dann die 1 Million im Büro bezahlen." Na ja, nach kurzem hin und her und Handeln wie auf dem Jahrmarkt, haben wir entschieden wie viel unser Freund und Helfer zu seinem Wohl bekommt. 250000 Rupien investieren wir in seine Gesundheit, denn der arme Kerl platzt vor lauter Bewegungsmangel fast aus allen Nähten. Gute Besserung wünschen wir ihm!

In Seminyak angekommen waren wir beide froh einen schönen Ort wie Canggu gefunden zu haben. Denn hier ist ein Geschäft, Bar, Restaurant, Hotel, Bordell... nach dem anderen. Die Strassen sind verstopft, die Luft ist stickig und wir mitten drinn.

Wie man hier Urlaub machen kann wissen wir beide nicht, denn aus unserer Sicht hat all das nichts mit Erholung zu tun, sondern und tatsächlich nur mit gedankenlosem Konsum. Dir wird hier nur suggeriert, dein Geld zu lassen und das egal wohin du schaust.

Ein Board haben wir nicht gefunden, dafür den Laden, der uns empfohlen wurde, um Artimesia zu besorgen. Ein traditionelles, chinesisches Kraut, das heilende Kräfte haben soll. Der gute Stoff ist ausverkauft und der Verkäufer ruft mich an sobald er Nachschub bekommt. Hier wird Kundenservice groß geschrieben.

Zuhause angekommen lassen wir zwei Bier im Tante Emma’s Laden anschreiben. Das gute Zeug ist ruck zuck weggetrunken und spühlt gleichzeitig den ganzen Dreck raus, der sich so über ‘m Tag angesammelt hat. Prost!!