Lombok auf einem Fahrrad zu Zweit :)

10. August - Andrea hat uns die Telefonnummer eines Unternehmens gegeben, die uns mit Taxi von Canggu nach Badang Bay fährt. Die Autofahrt ist inklusive der Fähre von Badang Bay auf die Insel Gili Travangan, Gili Air, Gili Meno oder Lombok und das ganze nochmal zurück nach Canggu. Natürlich haben wir auch selber recherchiert, aber online hat alles fast 2 mal soviel gekostet, wie Andrea's Kontakt. Immerhin wohnen die schon seit 14 Jahren auf Bali und haben somit die besten Kontakte, wovon wir dankend profitieren. Wir zahlen für den ganzen Spaß für 2 Personen inklusive Surfboard 1,2 Millionen Rupia. (Für die Telefonnummer kontaktiert uns bitte per E-Mail) Die Autofahrt dauert um die eine Stunde, genauso wie die Fähre auf die Insel. Alex geniesst die frische Luft oben auf dem Dach und ich schaue ein bisschen den Film: The Hobbit, der unten im gekühlten Passagierraum gezeigt wird. Das Boot schaukelt mich in kürzester Zeit in tiefen Schlaf und ich wache erst bei Gili Travangan auf, wo das Boot als erstes anhält. Der nächste Stopp ist unserer, Gili Air, wobei auch die Passagiere aussteigen, die von hier mit einem kleineren Boot auf Gili Meno transportiert werden. Das Boot fährt weiter nach Lombok, danach zurück nach Badang Bay.

Angekommen auf Gili Air möchten wir eine Kutsche nehmen, denn wir haben nicht nur unser Gepäck (2 Große und 2 kleine Rucksäcke, Surfbrett und Taucherausrüstung, mit dem wir zu zweit mobil sind), sondern noch eine große Tasche im Auftrag von Claudia dabei. Die Pferdekutscher haben Monopol auf der Insel, deshalb verlangen sie umgerechnet um die 10€, für eine Fahrt, die zu Fuß 15 Minuten dauert, also entscheiden wir uns dagegen. Alex erkundet erstmal die Gegend ohne Gepäck, danach schleppen wir alles zum Haus.

Die Unterkunft ist kleiner und heißer als die auf Bali, aber wir äußern beide unsere erste Enttäuschung nicht, wollen den anderen die Laune nicht verderben :) ausserdem ist die Terrace und der Garten schön! Nachdem Duschen brechen wir Richtung Strand auf und erwischen ein gutes, kleines, familiengeführtes Restaurant, wo wir unser Hunger stillen können.

Den nächsten Tag verbringen wir im Haus und Umgebung, richten uns ein, lesen die gefühlten 1000 Zettel, die Claudia uns geschrieben hat, teils mit Infos, teils mit Aufgaben. Die Küche werden wir nicht so oft nutzen wie auf Bali, für Frühstück decken wir uns reichlich mit Obst ein und Mittag- oder Abendessen wird ausserhalb genossen.

Am 5. August fahren wir mit dem Public Boot morgens um 7:30 Uhr nach Lombok, wollen den Auftrag von Claudia ausführen, ein Fahrrad, 2 Matratzen, einen 20 Meter Schlauch für den Garten und ein Paar Sachen für uns zu kaufen. Man muss sagen, dass auf Gili Air alles mehr kostet, denn die Händler lassen sich den Transport auf die Insel mehrmals bezahlen. Das bezieht sich auch auf Kokosnüsse, die nicht importiert werden müssen, und teilweise zweimal so viel kosten wie auf Bali :)

Die von Andy und Claudia gezeichnete Karte lässt uns im Glauben, dass alle zu besorgende Artikel nah am Hafen zu kaufen sind, also machen wir uns zu Fuss auf den Weg. Wir sind beide das erste Mal auf Lombok und beide manchmal ein bisschen zu optimistisch, denken gar nicht daran, dass die Geschäfte weiter weg sein könnten. Nach 10-15 Minuten laufen, entscheiden wir uns erstmal mit Frühstück zu stärken, bevor wir auf Entdeckungs-Kauf laufen :) Beim Frühstücken kommt Alex mit einem netten Einheimischen, namens Annan ins Gespräch.

Nach circa 15 Minuten Laufen finden wir das Geschäft, wo wir nach dem üblichen Handeln das Fahrrad kaufen. Ich fahre, Alex läuft und nach guten 40 Minuten entschlossen wir, uns aufzuteilen. Ich setze mich im Schatten auf den Strassenrand und Alex radelt vor und sucht den Laden mit den Matratzen. Enttäuscht kommt er nach ca. 15 Minuten zurück und teilt mir mit, dass der Laden noch ein gutes Stück von uns entfernt sei. Da ich nicht weiterhin alleine am Strassenrand sitzen möchte, laufen wir diesmal beide zum Laden zu Fuß. Dort angekommen stellen wir fest, dass der Laden gar nicht die, von Claudia beschriebene Matratzen anbietet, also holen wir tief Luft und beschliessen zurück zum Frühstückslokal in den Hafen zu gehen, dort das Fahrrad zu deponieren und ein Moped zu mieten. Wir bleiben cool, verbringen keine Energie, über unser Misslingen zu diskutieren - wollen den, an uns herangetragene Auftrag nur noch ausführen. Diesmal fährt Alex und ich sitze hinten dran, habe das Gefühl, dass das Fahrrad bei jedem Tritt auseinanderfällt.

Angekommen im Café besorgt Alex von Annan einen Moped und wir machen uns auf den Weg Richtung Mataram, wo wir angeblich die besagten Matratzen besorgen können.  Wir haben ca 4 Stunden, bis wir zurück im Hafen sein müssen, damit wir das letzte Public Boat nach Gili erwischen können. Das wollen wir unbedingt schaffen, denn das öffentliche Boot kostet 12K / Person und die Sonderfahrten kosten um die 200 – 200K Rupia. Ein kleiner Aufpreis, den wir nicht zahlen wollen :)

Der Weg führt uns durch einen Affenwald, der in Indonesien nicht ungewöhnlich ist. Die Affen sitzen am Straßenrand, spielen und laufen durch die Straße und sind überhaupt nicht angriffslustig. Die Kühle Luft durch den Wald fühlt sich nach dem „Maratonlauf“ in der Mittagshitze, sehr angenehm an.

In Mataram finden wir sogar einen Shopping Mall, wo nebst verschiedener Fast Food Ketten, Elektronik- und Brillenläden, auch einen großen Supermarkt. Kaum zu glauben, dass hier Schweizer Schokolade angeboten wird, was uns aber erstaunt, dass die einheimische, leckere Schokolade aus Bali, nicht zum verkauf steht. Sie ist um Längen besser und kann sich alle male mit der aus Europa messen. Wir Besorgen uns ein Paar Sachen, die auf Gili garnicht, oder für viel mehr verkauft werden und machen wir uns auf den Weg zu der Straßenverkäuferin, wo wir vorhin die Matratzen gesehen haben. Wir wissen was die kosten sollen, fragen aber trotzdem nach. Nachdem der Mann der Frau uns den Preis nennt, bieten wir ihm ein Viertel von dem an, was er verlangt, er lacht uns an und streckt seine Hand entgegen, ein Zeichen, dass er damit einverstanden ist. Verblüfft, dass wir garnicht weiter handeln müssen, zahlen wir und lassen uns von den erfahrenen Mopedfahrern zeigen, wie wir am besten die zwei Matratzen transportieren können. Sie rollen und binden die Matratzen zusammen, eine kommt zwischen Alex Füßen und eine zwischen uns – es geht alles :)

Langsam sind wir sehr hungrig und haben noch ca. 30 Minuten zur Verfügung also halten wir bei einem Strassenrestaurant an, das ich garnicht bemerkt habe, aber Alex schon beim Hinweg ins Visier genommen hat. Ich denke, dass uns die Götter mit dieser Mahlzeit belohnt haben dafür, dass wir die Suche nicht aufgegeben haben :) Alex’s Bericht über das Essen könnt Ihr hier lesen: Streetfood die Zweite.

Pünktlich zurück zum Hafen holen wir das Fahrrad, geben das Moped ab und eilen uns zum Ticketverkauf, denn es sind nur noch ein Paar Minuten bis 17:00 Uhr. Beim Ticketschalter treffen wir auf Annan, der sich von uns verabschieden wollte und da die Fähre eh erst dann fährt, wenn genügend Leute da sind, haben wir noch ein bisschen Zeit, uns mit Ihm zu unterhalten. Es ist recht lustig, wie locker hier mit den Öffnungszeiten oder Fahrtzeiten umgegangen wird: ist es eine Zeremonie und wird gebetet, schließt man sein Laden, fehlen noch ein Paar Leute, damit das Boot voll ist, wartet man – ungeduldig wird keiner, denn die Zeit drängt die wenigsten hier.

Aus welchem Grund auch immer, ist auf Lombok der Transport, beziehungsweise ein Moped zu leihen viel teuerer als auf Bali. In dem Hafen kann man nicht mal handeln, die Preise stehen fest.  Wir sind froh, Annan getroffen zu haben, der eine sehr angenehme und überhaupt nicht aufdringliche Person ist und bietet seine Dienste als Tour-und Transporthändler für einen fairen Preis an. (Für Annan’s Telefonnummer schreibt uns bitte an)

Zurück auf Gili bewundern wir erstmal die Matratzen auf der Terrace auf der „Couch“ und im Garten im „Bale“, machen uns frisch und auf zum wohlverdienten Abendessen.