Zuhause bei Freunden auf Gili Air

Für uns war es etwas ganz besonderes, als uns Din und seine Frau Dede, schon nach kurzer Zeit, als wir uns das erste Mal kennen lernten, zum gemeinsamen Grillabend einluden. Es dauerte ein, zwei Tage und Din hatte frischen Fisch besorgt. Geplant ist, dass ich mit seiner Frau Dede in deren Küche das Essen zubereite. Als wir eintreffen, hat sie  schon ganze Arbeit geleistet und alles so vorbereitet, dass ich aus dem schon geschnittenen Gemüse und ein par frischen Gewürzen und Kräutern, eine Gemüsesuppe koche. Frisches Wasser dafür, hatte sie in einem 100l Mülleimer vorsorglich für uns abgefüllt ;-) Dede hat auf Wunsch einer einzelnen Dame (Katalin), das traditionelle Gericht von hier, “Urap Urap“ vorbereitet. Eine einfache Speise, bestehend aus Grünen Bohnen, einer scharfen Tomatensoße und frisch geriebener Kokosnuss. Die Soße, welche zum Schluss unter die Bohnen vermengt wird, bereitet sie in einem Steinmörser zu. Zwiebeln, Chili, Peperoni und Knobi werden so lange zerdrückt, bis eine Paste entsteht. Beim Pürieren der Tomaten greift Sie auf den elektronischen Mixer zurück, der ihr, wie sie sagt, schon lange gute Dienste erweist. Alip, ihr jüngster Sohn ist mit von der Partie und liebt es ebenso wie wir in der Küche zu stehen. Din und Katalin bereiten derweil schon mal das Feuer vor, wobei Kokosnussschalen als Anzünder benutzt werden. Nachdem unzählige Kakerlaken aus alten Fischerkisten vertrieben werden, funktionieren Din und Katalin zwei dieser Kisten und eine alte Tür zu einem Essbereich um. Der Fisch ist nun seit mehr als 10 Minuten auf dem Grill und kriegt seinen letzten Feinschliff, mit der von Dede so liebevoll zubereiten Soße. Darwis, der ältere Sohn und sein Neffe trudeln auch so langsam ein. An ihren großen, leuchtenden Augen ist leicht zu erkennen, dass ihnen beiden schon das Wasser im Mund zusammenläuft.

Während wir den Tisch mit Reis, Suppe, Urap Urap, Avocado Salat und Wasser decken, kann es der 10 jährige Alip kaum noch abwarten und pfeift sich schon mal 'ne Packung Chips ein. Ich denke, na nu, ob der kleine Scheißer noch ein Bissen runter bekommt, wag ich zu bezweifeln. Pustekuchen! Alip macht nicht so schnell schlapp und haut sich noch 'ne große Portion, von allem was es gibt, in sein kleines Bäuchlein hinein. Was soll ich sagen, ich tue es ihm gleich und esse noch einen Teller, wobei ich schon satt bin, aber nur weil ich nicht möchte, dass der gute Fisch weggeworfen wird.

In der Nacht und dem darauffolgendem Tag geht es mir nicht sonderlich. Es fühlt sich so an, als würde ein Stein in meinem Magen liegen. Auch hier bin ich über meine Grenze hinaus und weiß dann hoffentlich für´s nächste Mal, wann Schluss mit Essen ist.

Im Großen und Ganzen haben wir eine tolle Zeit, mit super netten Menschen und leckeren Köstlichkeiten um uns herum. Din ist meist der Entertainer und hat immer ein lustigen Spruch auf den Lippen, der die gesamte Runde zum Lachen bringt. Ich unterhalte mich meist mit Darwis und seinem Neffen übers´ Surfen. Sein Neffe selbst ist nur zu Besuch auf Gili Air und wohnt eigentlich auf Gili Trawangan. Laut seiner Aussage kann man hier jeden Tag zum Wellenreiten ins Wasser. Von unserem jetzigen Zuhause kann man das nicht behaupten! Aber halb so wild, heute, ein par Tage später, geht’s zum ersten Mal mit dem Brett ins Wasser. Es wird geritten was das Zeug hält! Wir sind froh und dankbar so nette und herzliche Menschen kennenlernen zu dürfen wie Din und seine Familie!