Menschen, die in Erinnerung bleiben und prägen

Es ist ein aufregender Tag, nach über 3 Monaten verlassen wir Indonesien und ziehen weiter nach Chiang Mai, Nord Thialand. Der Abschied fällt schwer, mit Marie haben wir fast einen Monat zusammen in Canggu verbracht und haben sie in unser Herz geschlossen. Sie ist 59 Jahre jung und hat das „sichere Europa“ (Frankreich) hinter sich gelassen und fängt auf Bali neu an. Eine Frau, die trotz vieler Rückschläge im Leben, so viel Positives ausstrahlt, dass das sogar den Selbstmordpatienten anstecken würde :-) Sie hat unser Leben jeden Tag bereichert und wir freuen uns sie zu ihrem 60sten auf Sri Lanke wiederzusehen!

Katalin und ich haben beide immer gesagt, dass es für nichts im Leben zu spät ist. Als wir dann Marie und Ihre Geschichte kannten, hat diese unsere Auffassung nur umso mehr bestärkt.

Mit Nadine und Sebastian haben wir nur eine Woche als Mitbewohner verbracht, aber auch mit denen waren wir von Anfang an auf gleicher Wellenlenge und haben entspannte und schöne Tage verbracht. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei Nadine bedanken, dass sie mir, als Friseurmeisterin, einen unnachambaren Schnitt verpasst hat :-) Bezahlt haben wir im Tauschgeschäft, Alex hat ihr Surfstunden gegeben. Eine Hand wäscht die andere, ist das nicht toll? :-)

Auch den letzten Abend verbringen wir zusammen im Rustica, einem italienischen Restaurant (Bericht über das Restaurant könnt Ihr hier lesen), wo zu meiner größten Überraschung der Abend im Vorfeiern meines Geburtstages endet. Die größte Überraschung kommt dennoch von Sintia, ein zauberhaftes Mädchen, die als Assistentin Marie zur Seite steht, stellt sich vor alle Gäste, um mir ein wunderschönes Geburtstagslied zu singen. Die Lichter gehen aus und die Geburtstagstorte wird hereingebracht. Ein durchaus gelungener Abschiedsabend. Danke nochmal dafür!!!

Am nächsten Tag verlassen wir das Haus schon um 5:30 Uhr und kommen mit Zwischenstopp und Wartezeit in Bangkok, schon um 17:00 Uhr in Chiang Mai an :-) Als wir aus dem Flieger steigen kommt uns eine warme Briese entgegen, die uns beiden sprachlos macht, wir lachen und stellen fest, dass wir die Skiunterwäsche nicht brauchen werden :-)

Nach kurzer Fahrt mit dem besten Taxifahrer der Welt, erreichen wir unser Einzimmerappartment (Condo). Alex vergoldet die Zeit nicht, macht sich sofort auf den Weg und besorgt einen Moped und kauft das wichtigste, (2 Bier :-) und Wasser) ein.

Am nächsten Tag kommt alles anders als geplant! Wir bleiben den ganzen Tag Zuhause, frühstücken selbstgemachten Klebereis mit Mango und Kokosnuss, akklimatisieren uns an das wärmere Wetter als Indonesien, (mit Aircon im Zimmmer), genießen das Apartment, das NUR für uns ist, recherchieren was die Gegend angeht und hängen im Netz rum, denn es gibt nach über 3 Monaten eine Internetverbindung wie in Deutschland, deshalb ist die Krönung des Abends ein Film über iTunes auf einem Flatscreen :-) Solche „Genüsse“ sollten doch eine Seltenheit sein, damit man sie richtig genießen kann.

Vor allem habe ich zumindest diesen Tag gebraucht, um die Erlebnisse zu "verdauen", um Platz für Neues zu machen.

Es ist einfach wunderschön Zeit für uns und für einander zu haben. Diese Reise anzutreten hat uns (zumindest mich) die Überwindung unausgesprochener Ängste gekostet, aber ich kann es jetzt schon sagen, dass es sich für alle Male gelohnt hat! Das Leben ist so unberechenbar und kurz, dass wir alle langsamer durchs Leben gehen sollten und mehr Zeit in das investieren sollten, was uns richtig interessiert, begeistert und glücklich macht! Wagt es, wonach Euer Herz schlägt!

Heute machen wir uns nach dem Frühstücken auf und wollen einen Spaziergang am Huay Tung Tao See machen, wo man auch kleine Hütten für den ganzen Tag für 50 Bath mieten kann. Fast angekommen, bekommen wir einen Platten und wie das Glück es will, nur 50 Meter von einem kleinen Laden entfernt, wo auch ein Reifenwechsel das geringste Problem ist. Schon vor 10 Uhr sind wir da, der See, die Hütten, der Wald ist eine Ruheoase. Einige angeln, andere bieten Essen an, die man in diesen Märchenhaften Hütten zu sich nehmen kann. Wir wollen zu Fuß den See umrunden und spazieren los. So optimistisch wie wir waren, drehen wir nach guten 40 Minuten um, denn die Hitze ist einfach unerträglich und das noch vor 11Uhr. Ich genieße noch die Briese auf dem Scooter, als ich merke, dass die Polizisten uns zur Seite gewunken haben. Nach der Erfahrungen in Indonesien (siehe hier) sind wir auf das Schlimmste gefasst. Umso schöner ist die Realität, als der Polizist uns eine schöne Weiterreise wünscht, nachdem er Alex’s Internationalen Führerschein gesehen hat. Er möchte weder Pass, noch Rollerpapiere sehen – erkundigt sich noch woher wir kommen und wünscht uns eine schöne Fahrt.

Wir fahren zu einem kleinen Kaffee, wo man 3 Tagestouren zur eigenen Kaffeeplantagen buchen kann. Da der Eigentümer nicht vor Ort ist, genießen wir einfach einen Choccalino und Mocca mit Honig und Orange und lassen uns die E-Mail Adresse, für die Buchung der Tour geben.

Nachdem wir uns in einem Shopping Mall abgekühlt haben, uns eine köstliche frische Kokosnuss gegönnt haben, kaufen wir Obst und Gemüse ein und befahren die Gegend für einen guten Helm. Nämlich die, die wir mit dem Ausleihroller bekommen haben, ist einfach zu groß und würde in dem Fall der Fälle nichts nutzen, außerdem will ich nur in meiner eigenen Schweiß baden ;) aber es ist schon spät, die Geschäfte machen langsam zu, wir finden nur C Ware – also vertagen wir diese Aufgabe auf morgen.

Nach den vielen neuen Eindrücken bin ich froh, den Text noch auf die Bein gestellt zu haben, denn ich bin unglaublich müde und verabschiede mich in dem Sinne von Euch.

p.s. Sebastian, wenn wir uns das nächste Mal sehen geht die erste Runde auf uns :)