Singapur, du hast uns in deinen Bann gezogen!

Wir haben ja schon so einiges vorab gehört und gelesen, was es hier mit den Regeln auf sich hat. Möchtest du Kaugummis kaufen, brauchst du anscheinend immer noch ein Rezept vom Arzt. Um sie auf der Straße zu entsorgen, wird dein Portemonnaies um so einiges leichter. Essen und trinken an Bahnsteigen oder in Zügen ist ebenso nicht gern gesehen und wird auch mit hohen Geldstrafen geahndet. Siehst du auf der anderen Straßenseite dein Bus anrollen, den du unbedingt brauchst weil du es eilig hast, dann bitte denke steht’s daran den Zebrastreifen zu benutzen, sonst wird auch das ein kostspieliges Abenteuer. Um ehrlich zu sein haben wir von all dem nichts mitbekommen, machen unser Ding und streifen selbstbestimmt durch die Gegend, so wie es uns gefällt. Ich muss schon sagen, dass ich eher eine saubere Gegend mit gern auch ein par Regeln in Kauf nehme, diezu brechen gelten, als im Dreck zu wohnen, wo man sich darum gar nicht schert, umgeben von Müll zu schlafen. Denn genau diesen Gegensatz hatten wir erlebt, als wir weg von Gili nach Bali und von dort aus nach Singapur geflogen sind. Zwei völlig verschiedene Welten.

Wir sind Hals über Kopf nach Singapur geflogen, als wir unser Visum in Lombok verlängern wollten. Es hat sich herausgestellt, dass obwohl unser Visum noch gültig ist, wir uns schon mehr als erlaubt in Indonesien aufgehalten haben, deshalb kann unser Visum in Indonesien nicht mehr verlängert werden. Es gab ja zwei Möglichkeiten: deportiert zu werden und 20€/Tag/Person zu zahlen, oder aus Indonesien zu reisen und das gleiche zu zahlen. Wir haben uns für das letztere entschieden. Über die Visabestimmungen werden wir noch separat schreiben.

Die Stadt pulsiert, alle verspüren die Lust sich weiterzuentwickeln, sprechen neben der Amtssprache Chinesisch, auch ein gutes Englisch, egal ob jung oder alt, egal aus welchem Land. Singapur ist multikulturell und neben den par merkwürdigen Regeln auch super tolerant und offen gegenüber Besuchern. Alle haben beim Einkaufen, für was auch immer, den gleichen Preis zu zahlen und warten nicht darauf, bis der doofe Touri kommt, den sie mal soeben das Geld aus der Tasche ziehen können, um danach wieder die Füße hoch zu legen. Ich verallgemeinere damit die Indonesier nicht, mir ist das nur eben innerhalb der letzten2 ½ Monate stark aufgefallen.

Zurück zu Singapur. Wir sind beeindruckt von der Architektur des „ Marina Skyparks“ und der von „Garden's by the Bay",  fühlen uns wohl im Botanischen Garten, und verbringen Stunden vor Ort. Wir genießen die Atmosphäre, geprägt von Einheimischen, die Ihren Tag ab 5 Uhr mit Sport in allen erdenklichen Arten starten, oder ab 10 Uhr die Touristen beziehungsweise Rentner, die mit Bussen angeliefert werden und in Gesprächslaune mit uns beiden kommen.

Kulinarisch scheint es hier ein Paradies zu sein. Wir haben natürlich nur ein Bruchteil gesehen, geschweige denn probiert. Neben den länderspezifischen Restaurants in den verschiedenen Vierteln, hat Singapur auch eine ganze Reihe an Spitzengastronomie zu bieten. Ich komme wieder ganz auf den Geschmack, in der Küche mit Profis zu stehen und alles an Wissen aufzusaugen. Als wir die Aussicht vom Marina Skypark im 57. Stock genießen, spricht uns auch schon Justin Quek vom Sky on 57 an. Er ist Inhaber und Küchenchef, der wohl mit angesagtesten Adresse dieser Stadt. „Wie geht's“ fragt er, nachdem ich sagte das ich aus Deutschland komme. Ich stelle mich vor und erzähle ihm, dass auch ich Koch bin. Daraufhin erfahre ich, dass er auch eine Zeit lang in Frankreich und Deutschland gewesen ist, um seine Kenntnisse in Europa zu sammeln. Wie ich erfahre, ist sein Küchenstil heutzutage auch von seiner Wanderschaft in Frankreich geprägt. Nachdem wir ein kleines Pläuschen halten, möchte er uns auch gleich noch seine Küche zeigen. Ich sage zu ihm, schau, ich glaub wir sind nicht so richtig angezogen, aber das interessiert ihn keine Spur und er gewehrt uns Eintritt hinter die Kulissen. 45 Mann arbeiten nur in der Küche, mindestens 60 Stunden in der Woche auf höchstem Niveau. Ich bekomme einen kleinen Einblick in das Geschehen und dem Tagesablauf, den es zu bewerkstelligen geht, wenn man hier oben „überleben“ möchte. Als wir über die Vergütung reden, wird mir schnell klar, dass man hier nur für das Zeugnis arbeitet. Was kein Problem ist, da man sich ja eh überwiegend in der Küche aufhält und nicht groß dazu kommt Geld auszugeben. Herr Quek ist uns von der ersten Minute an sehr sympatisch, wir sind dankbar für die Zeit die er sich für uns genommen hat und freuen uns jetzt schon auf ein Wiedersehen.

Was das Fortbewegen angeht, kauft Euch eine Singapur Karte für 8 Singapur Dollar (knapp 5€) damit könnt Ihr Bus, MRT und LRT fahren, praktisch alles ausser Boote. Mit Öffentlichem zu fahren ist ein Erlebnis, es is klimatisiert und so sauber, dass man vom Boden ruhig essen könnte. Klimatisiert ist wichtig, denn die Temperaturen in Singapur sind über das ganze Jahr gleich warm und schwül - da freue ich mich sogar auf die Klimaanlage. 

Mit dem Boot ein Sight Seeing by night ist auch ein Muss. Die Stadt zeigt sich tagsüber wie in der Nacht einfach von ihrer schönsten Seite. 

Die Stadt stand gar nicht auf unsere Route, aber sie hat uns beeindruckt und wir beide würden auf eine bestimmte Zeit zurückkommen, Alex in die Küche und ich ins Geschäftsleben. Mal schauen was sich ergibt. Zuerst und demnächst steht erstmal Chiang Mai an, dann Sri Lanka, dann Weihnachten in Ungarn :) dann Kapstadt und Costa Rica.....das ist der grobe Plan, aber Pläne sind da um sie zu ändern, genauso wie Regeln da sind, um sie zu brechen :)

Singapur, wir kommen wieder.