Mraz und Sohn - Wien, Österreich

Den Sternen so nah bei Mraz und Sohn

Seit über einem Jahr hegen wir den Wunsch, in das wahrscheinlich mit Abstand kreativste Lokal der österreichischen Hauptstadt, Wien zu gehen. Das Mraz und Sohn, im 20. Bezirk gelegen, wirkt von außen eher unscheinbar, doch nachdem Mann an der kameraüberwachten Tür hineingegangen ist, ahnt man, in welcher Kreativwerkstatt man sich befindet. Das Interieur besteht aus so manch verspielten Metallelementen und schafft somit automatisch Platz zum freien denken.

Alleine als ich den kleinen Olivenbaum gesehen hatte, womit auch schon das erste Amuse serviert wurde, war klar, dass sich der Ausflug jetzt schon gelohnt hatte. Gebackener Kalbskopf mit Ananassalsa und Kalamata Oliven war ein schmackhafter Start.

Erfrischend und unkompliziert ging es mit Meerrettich - Airan, Avocado und geräucherter Austern weiter…

Etwas heimischer wurde es beim dritten Gruß, wo der Fokus auf Geschwisterliebe lag - Tomate und Basilikum aus Wien waren die Stars

Durch das vierte Amuse schwelgte ich etwas in Erinnerung -  Bilder lauer Sommerabende in Berlin schossen mir durch den Kopf, wo wir öfters den Grill zum Einsatz brachten. Im Mraz und Sohn, wurden wir von Schweinebauch und Walderdbeere süß-sauer überrascht.

Eine kleine Brotzeit folgt zur Erholung, lauwarme Bretzel mit reduziertem Obers und einem Schnittlauchmantel, lassen mich an Tage zurückdenken, an denen ich mit Oma im Garten frische Kräuter gepflückt und diese mit Käse, Brot und Butter zum Abendbrot gegessen habe.

Nach einer kleinen „Erholung“ springen wir auf den Orient Express und lassen uns wie in 1000 und 1ne Nacht, von gebeiztem Lamm, Bulgursalat und dehydrierter Tomate verzaubern.

Jetzt schon glaube ich, dort angekommen zu sein, wo es nach oben hin keine Steigerung mehr geben kann. Schauen wir mal…

Alles Roger? Kommt auch schon das Kaninchen um die Ecke gerannt und bringt zur Verstärkung noch gleich Kürbis und Kalamaretti mit, ersteres bekommen wir roh mariniert, als Püree und als Kernpesto mit Miso abgeschmeckt serviert. Himmlisch!!!!!

Flott weiter geht´s mit Rochen, Melone, Pinienkernen und eingelegten Senfkörnern. Im Großen und Ganzen ist für unsern Geschmack alles tip top abgestimmt, doch ist es keine Steigerung zum Gang davor.

Wild wird´s im Hauptgang, wo wir uns vorsichtig an den Zwiebeln und dem rosa zarten Stück vorbei schleichen und auf eine kleine, trügerische Geheimwaffe stoßen. Wir können es kaum abwarten und befördern den Bösewicht direkt in unsere Mundöffnung - boom, gibt es auch schon einen riesigen Knall. Der Speckknödel hat`s faustdick hinter den Ohren und überrennt all unsere Sinne mit einmal. Waaaahnsinn!!!!

Zwiebel und Bambi passen sehr gut dazu und sind wie alles andere ohne Umwege auf den Punkt gebracht.

Als haben wir nicht schon genug krach im Mund gespürt, kommt der Sohnemann auch noch kurz darauf, mit dem von seinem Papa eigens gebauten Käsewagen um die Ecke. Das gute Stück beherbergt um die 40 Sorten und Restaurantleiter Manuel kennt seine Sorten mindestens genauso gut, wie seine rechte Westentasche. Mindestens genauso ausgefallen wie der Käse, waren die dazu gereichten hauseigenen Leckereien, wie Trüffelhonig, Essignüsse, Oliven und dehydrierte Trauben. Damit es an nichts fehlt, entscheiden wir uns für einige der vielen hausgemachten Brotsorten. Dabei sind die mit Schoko Chili und Grammeln unsere Lieblinge für den heutigen Abend.

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