Den Geist öffnen - Gedanken zum Glück

22. Juli - Eine interessante Info, die mir sehr gut gefallen hat. Die Tore der Tempel auf Bali sind gespaltet, als Symbol, dass man mit offenem Geist durch den Eingang laufen soll. Die Tempel sind eher unscheinbar, nichts pompöses, glitzerndes, keine vergoldeten Götterfiguren - die auffälligsten sind die Tore, die Mauern und die Statuen außerhalb der Mauern. Bei den Balinesen geht es auch nicht darum, ein Haus dem Gott zu bauen, sondern eher darum, einen Platz zu schaffen, wo man in Kontakt zu den Göttern, zu sich selbst kommt. Es ist ein Treffpunkt für Gott und Mensch. Auch Gastgötter sind willkommen in den Tempeln und um diesen Geistwesen freien Eintritt zu gewähren, sind die Tempel oben offen und die Mauern niedrig. 

Ausser dem gespaltenen Tor gibt es auch ein inneres, überdachtes Tor. Hinter dem befindet sich genauso wie bei dem Compounds (Balinesische "Wohneinrichtungen") eine Wandscheibe, die die bösen Geistern fern halten soll. Bekannter Weise könne diese nur geradeaus laufen, kriegen also nicht die Kurve um die Wand und können somit den Tempelhof, beziehungsweise die Compounds nicht betreten. 

Alles scheint so einfach, unkompliziert und friedvoll, widerspiegelt die Denkweise der Balinesen. Sollte nicht auch in dem alltäglichen Leben das allerwichtigste sein, mit offenem Geist einander zu begegnen, Informationen aufzunehmen, Entscheidungen zu treffen? Frei von Vorurteilen, Hass, Gier, Feindseligkeit? Vorgekaute Meinungen nicht als Bares hinzunehmen und weiter verbreiten? Wären wir in der Lage diese einfache, ja sogar banal erscheinende Sitte in unserem täglichen Leben anzuwenden, wären wir so viel glücklicher, es wären viele Psychologen Arbeitslos :) - denn der Grund, warum wir uns in jeder Hinsicht anstreben ist, dass wir glücklicher sein möchten: wir bekommen Kinder, damit wir unseren egoistischen Wunsch erfüllen (entweder die sichtbargewordene Liebe zweier zu erschaffen, oder das egoistischere, nicht alleine zu sein. Aber wir wollen nur glücklicher sein, als wir es unerkannt schon sowieso sind. Da könnte ich sofort weiterspinnen, dass wir uns zu kurz in der Licht des Erreichten sonnen/freuen und sofort die neuen Ziele ansteuern. Natürlich ist das der Prozess der Weiterentwicklung, aber der ist einfach zu rasch und destruktiv geworden) wir wollen immer mehr verdienen, immer mehr besitzen, etc. WARUM? Damit wir unseren Ego sättigen, warum.....damit wir glücklicher werden. Solange wir aber das Glück an der falschen Adresse suchen, bleiben wir lange auf der Suche. Nicht das es schlecht sei Umwege zu laufen, denn auch diese führen früher oder später zum Ziel.