Weniger Gewicht auf Asanas und mehr auf Bewusstheit

Weniger Gewicht auf Asanas und mehr auf Bewusstheit

Es gibt kaum noch ein Thema, dass so „inn“ ist wie Yoga und das schon seit gut 30-40 Jahren! In die „Mode gekommen“ ist es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, in Amerika. Viele sind auf den profitablen, spirituellen Zug aufgesprungen, man braucht ein anhaltendes Interesse, um in den Dschungel der Gurus, Yoga Richtungen und Yoga Lehrer Ausbildungen seinen eigenen Weg zu finden.

Leider ist Yoga auch sehr kommerziell geworden. Ich rede nicht davon, dass Frau keine schöne und bequeme Leggings/Oberteile sich zulegen sollte, aber der Fokus liegt zu sehr an den Äußerlichkeiten als an das Wesentliche. Sex sells war früher, heute heißt es Yoga sells :) Die Anzahl der Anhänger ääähm Abnehmer ist groß und oft stellt man vieles nicht in Frage, man ist offen und gutgläubig es geht ja um Yoga.

Gibt man bei Google Yoga ein, bekommt man 637 000 000 Seiten zum Lesen. Die Bilder die bei Instagram mit dem #yoga gepostet aufpoppen, sind überwiegend Selbstdarstellungen, die das eigene Ego befriedigen, nicht die korrekte Ausübung oder die Wirkung der Stellung, geschweige denn die Transformation, die der YogIni auf dem Yogaweg durchlebt. Wie flexibel oder gelenkig Du bist, ist Wurscht, das einzige was zählt ist, wie Du Dich innerlich veränderst und körperlich stärkst während Du Deine Yoga Asanas tagtäglich nachgehst.

Asanas sind kein Allheil- oder Wundermittel. Wer mit zu viel Ego oder Besessenheit an die Sache herangeht, der kann sich schlimme Verletzungen zuziehen. Ich rede aus eigener Erfahrung. Wobei mir eine meiner Verletzungen durch einen sehr ambitionierten Lehrer zugefügt wurde. (Bänderriss unter dem Gesäßmuskel, der seit ca. 9 Jahren nicht richtig heilen will) Die Ablenkungen moderner Eitelkeit lenken Lehrer und Schüler davon ab, sich an die Bedeutung von hier und jetzt zu konzentrieren, auf die Signale des Körpers zu achten und zu erkennen wann die Grenze von heilender Streckung zur schmerzhaften Schädigung erreicht ist.

Wissenschaftlich beleuchtet wurde das Thema Yoga Verletzungen erstmals vor einigen Jahrzenten. Aber reden will die Yoga Community darüber nicht, denn das würde dem glanzvollen Image von Yoga schaden.

Ja, Yoga hat AUCH viele Vorteile, Yoga erhöht nicht nur die äußere Beweglichkeit, sondern auch die innere Flexibilität und gibt Körper und Geist die Freiheit einfach zu sein – lehrt uns das Geheimnis des Loslassens, ABER nur wenn wir mit Achtsamkeit an die Übungen herangehen, fern von Konkurrenz, Leistungsdruck und vor allem wenn wir unser Ego vor dem Yogaraum lassen :)

Auch wurde wissenschaftlich festgestellt, dass die Wiederholung von Mantras die Atmungsrate um etwas die Hälfte verringert, was zu der Verstärkung innerer Gelassenheit führt.

Ich will kein schlechtes Licht auf Yoga werfen, lerne und lehre seit vielen Jahren Yoga, aber ich möchte, dass der Mystifizierung von Yoga ein Ende gesetzt und uns allen bewusst wird, dass Yoga nicht nur gefeierte Vorzüge sondern auch eine Reihe verborgener Gefahren umfasst.

Eine Pflichtlektüre, das jeder der Yoga übt gelesen haben sollte ist dieses Buch hier.. Ich habe vieles über Yoga gelesen und hoffe, dass noch mehr lesen werde, aber dieses Buch ist mit Abstand das lehrreichste, professionellste und vor allem das ehrlichste, das ich bis jetzt gelesen habe.

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